tomcool

Gimme hope!
 
 

Kaffee

M?hsam k?mpfte ich mich aus dem Bett. Mindestens 5 mal bereits hatte ich den Wecker meines Mobiltelefons auf Pause geschalten. Solch kurze N?chte f?hlen sich am Morgen immer besonders kurz an. Ich stolpere ?ber die am Vortag vor dem Bett fallengelassene Hose, torkle, falle beinahe, fange mich aber gerade noch am T?rstock. Mit dem Kopf, denn die Hand fuhr daneben. Ein Blitz zuckt durch meinen K?rper, Sterne, die ich sehe, lassen mich zweifeln, ob ich wirklich daheim bin oder eigentlich auf einer Wiese im Freien liege, geben Hoffnung, dass es eigentlich noch Nacht ist und ich mich gleich wieder niederlegen k?nnte.

Ich greife mir an die Stirn und f?hle bereits eine Beule wachsen. Aus dem weiterschlafen wird nichts. Die Sterne verschwinden und ich kann wieder die wenigen Sonnenstrahlen erkennen, die nur fr?hmorgens in meine nord?stlich gelegene Wohnung vordringen, um justament den Couchtisch zu beleuchten, wo sich Bierflasche an Bierflasche reiht. Eine war umgefallen, es d?rfte wohl die letzte gewesen sein, denn sie war nicht leer, die ausgetrocknete Bierlache hat eine angenehme Morgenluft im Raum verbreitet. Mein Magen fuhr durch die Senke der Hochschaubahn.

Ich verzichte darauf, mich beim Wegr?umen des M?lls zu ?bergeben indem ich ihn stehen lasse und wanke ins Badezimmer. Ich h?tte auf allen Vieren ins Bad kriechen sollen. Erstens h?tte ich dann gleich etwas Staub gewischt und zweitens h?tte ich mir dann nicht auch noch den Zeh an der Schwelle gesto?en. Ich hielt den Kopf unters kalte Wasser, schl?rfte in etwa einen Liter direkt vom Hahn, richtete mich auf, sah mich im Spiegel, war zu m?de um zu erschrecken, was durchaus angebracht gewesen w?re, fand meine elektrische Zahnb?rste und steckte sie mir in den Mund. Die Vibration am Zahnfleisch setzte sich in meinen Kreislauf fort und meine Sinne begannen zu arbeiten. Mein Geschmackssinn merkte, dass ich keine Zahnpasta auf die B?rste getan hatte. Ich ?ffnete die Lade, zu abrupt, und sie fiel mir auf den eben l?dierten Zeh. Ich jaule auf, erinnere mich aber, dass sowieso niemand in der Wohnung ist, der mich bemitleiden w?rde, unterlie? also weiteres Leidensgeschrei.

Aus der am Boden liegenden Lade nehme ich eine frische Tube Paradontax und putze mir nochmals richtig die Z?hne. Es nutzt nichts, ich kann meinen eigenen Mundgeruch nicht ausstehen. Vielleicht sollte ich mal zum Zahnarzt gehen, dieser metallisch-verfaulte Geschmack gibt mir schon zu denken. Oh, da f?llt mir auf, ich denke ja wieder. Dann, denke ich, ist es wohl an der Zeit, mir einen Kaffee zu machen.

Ich gehe in die K?che, und krame aus dem Chaos meine Kaffeekanne und den Milchsch?umer hervor. Ich wasche die Reste vom Vortag aus dem Milchtopf und stelle einen Viertel Liter Milch zu. In mein Espressok?nnchen f?lle ich etwas Wasser, gebe das Sieb hinein und bef?lle dieses randvoll mit gemahlenem Illy-Kaffee. Ich verschraube mein K?nnchen und stelle es aufs Feuer. Meine Milch ist schon warm, ich pr?fe die Temperatur mit dem Finger. Niemals darf die Milch zu hei? f?r den Finger sein, sonst ist sie auch zu hei? f?r meinen Gaumen. Die Prozedur w?rde mir im Schlaf gelingen. Obwohl ich erst sehr sp?t begonnen habe, Kaffee zu trinken, liegt mir die Produktion im Blut. Die Milch ist warm genug, ich stelle den Topf zur Seite und verschlie?e ihn mit dem Sch?umerdeckel. Ein paar kurze Schl?ge auf und ab w?rden zur warmen fl?ssigen Milch ordentlich Luft zuf?gen und sie damit zu wertvollem, k?stlichem Schaum machen. Der Kaffee blubbert als Zeichen, dass nur mehr Luft im unteren Teil des K?nnchens ist, der Kaffee ist fertig.

Ich hole mir aus dem Geschirrsp?ler eine gro?e Sch?ssel, die Franzosen sagen Boule zu diesen Tassen, leere den Kaffee um. Der Schaum ist mir noch zu grobk?rnig. Mit einem Schwenk, als wollte ich Wein im Glas bewegen, bringe ich den Schaum dazu mit der darunter liegenden Milch zu emulgieren und eine kompakte, glatte, gl?nzende Creme zu bilden. Jetzt kann ich ihn zum Kaffee leeren und damit mein Fr?hst?cksgetr?nk, das Kaffee zu nennen fast schon Frevel ist, weshalb ich es ?schmutzige Milch? getauft habe, fertig machen. Mit einem L?ffel Zucker vervollst?ndigt ist er mein Lebenselixier.

Ich nehme meine Tasse in 2 H?nde und setze mich auf den Sessel beim K?chentisch. Mit dem ersten Schluck bereits ziehen meine Lebensgeister in meinen K?rper ein. Ohne Hast trinke ich meinen Kaffee und lasse ihn wirken. Die Nachwehen des Vorabends verfliegen. Die w?rmende Milch strahlt Kr?fte in meinen K?rper, der aromatische Kaffee bringt meinen Kreislauf in Schwung. Und 5 Minuten sp?ter springe ich auf, ziehe mich an und rausche ab in die Arbeit.

Was w?re ich nur ohne Kaffee!

3 Kommentare 25.2.05 17:38, kommentieren

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Da les ich gerade:

zitat:
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Ist er zu stark, bist Du zu schwach!
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Da f?llt mir doch der gute alte Lucky Luke ein, bzw. der Meisterkoch des Wagentrecks, welcher in irgendeienm Band - verdammt, welcher war das bloss - den Kaffee kocht.

Hier das Rezept:
man nehme einen Kilo gemahlenen Kaffee
man befeuchte den Kaffee mit warmem Wasser
Nun mache man die Hufeisenprobe:
Man lege ein Hufeisen auf den Kaffee. Geht das Hufeisen unter, ist der Kaffee zu schwach.



5 Kommentare 21.5.04 23:51, kommentieren

Milchschaum

Ich muss ja ehrlich zugeben, so perfekt der Espresso auch sein muss, mit dem ich meine Milch verschmutze, eigentlich trinke ich nicht Kaffee sondern schmutzige Milch, zumindest zum Fr?hst?ck.

Ein guter Milchkaffee ist f?r mich morgens fast das Wichtigste.
Und bitte wirklich gro?! Nicht ein einfacher Cafe Latte sondern eine grosse franz?sische Boule voller Milch, auf einen perfekten doppelten Espresso geleert.
Aber bitte nicht ein Lackerl Kaffee und kalte Milch draufgesch?ttet.

Zu einem perfekten Espresso geh?rt auch die perfekte Milchcreme.

Zu Hause mach ich das mit einem Capuccino-Creamer, in dem die Milch erw?rmt wird und dann mit einem feinen Sieb aufgeschlagen, bis sie fest ist. Ein Genuss. Aber obacht! ERW?RMEN hab ich gesagt, ja nicht aufkochen. Die richtige Temperatur ist f?r die Milchcremequalit?t von entscheidender Bedeutung! Am Besten das Milchh?ferl in die Hand nehmen und pr?fen. Wenn\'s f?r die Hand zu warm ist, ist sie\'s f?r den Gaumen allemal.

Diese Art der Zubereitung hat der Zubereitung im Lokal einiges voraus! Denn dort wird mit Dampf gearbeitet und es bedarf schon einiges Know-Hows um die Milch nicht zu verd?nnen statt sie dick aufzusch?umen. Ich verwende hier eine spezielle Capuccino-D?se, bei der nicht Dampf in den Kaffee gespr?ht wird, sondern die Milch durch ein Loch gesaugt wird, wobei sie sich mit Luft anreichert.

Bei beiden Varianten allerdings folgt zum Schlu? das Wichtigste: Der Dreh!

Denn nach dem Aufsch?umen teilt sich die Milch im H?ferl auf warme Milch und Schaum, perfekt wird sie erst, indem man sie emulgiert und dazu schwenkt man das H?ferl rund, wie ein Glas Wein zum Riechen, bis sich die grossen Blasen im Schaum mit der Milch verbinden und diese eine ganz glatte gl?nzende Oberfl?che erh?lt. DAS ist dann die perfekte Milchcreme, so wie ich sie fr?hmorgens, verschmutzt mit einem Espresso, geniesse.

6 Kommentare 30.4.04 17:58, kommentieren

Die Zubereitungsart

Beim Kaffee kommt es zu allererst auf die Zubereitungsart an. Ich pers?nlich trinke z.B. keinen Filterkaffee. Filterkaffee hat mir zu viel Koffein und S?ure. Das glaubt jetzt wieder keiner. Ist aber ganz logisch. W?hrend beim Espresso oder beim Mokka der Kaffee mit hohem Druck in kurzer Zeit durch das Kaffeemehl gepresst wird, so dass gerade genug Zeit bleibt, das volle Aroma auszusch?pfen, wird der Kaffee in der Filtermaschine langsam vollst?ndig ausgeschwemmt. Obwohl Filterkaffee also viel fl?ssiger und leichter zu trinken ist, sind mehr Schadstoffe drin.

Oft wird in Lokalen Mokka bestellt, wenn man einen schwarzen Kaffee m?chte. Dies ist in den meisten F?llen falsch.
Mokka ist eigentlich t?rkischer Kaffee. Das Kaffeemehl wird hierzu direkt ins Wasser egegeben und gemeinsam aufgekocht, und zwar 3 mal. DER Kaffee ist stark.

Als Espresso gilt Kaffee der mit Druck erzeugt wird. So wie beim K?nnchen, das man auf die Herdplatte stellt. Hier wird zuerst Wasser eingef?llt, dann in einem Sieb das Kaffeemehl eingef?llt, und der Auffangbeh?lter dicht aufgeschraubt. Wenn das K?nnchen auf der Herdplatte steht und das Wasser zu kochen beginnt, steigt der Dampf durch das Kaffeemehl auf, nimmt die Aromen mit und kondensiert in einem R?hrchen, das den Kaffee in einem Schnabelk?nnchen freigibt. Bereits eine ziemlich schonende Methode, Kaffee zuzubereiten. Das Kaffeek?nnchen ist meine Wahl f?r den Fr?hst?ckskaffee zu Hause.

Jetzt werden viele denken, warum hat der Freak nicht eine Saeco oder sonst eine Espressomaschine zu Hause?
Die ?blichen Heimmaschinen bringen trotz ihres guten Rufs nicht genug Druck zusammen um einen echten Espresso zu produzieren. Eine grosse ?berraschung war allerdings f?r mich Nespresso. Hier wurde ein wirklich gutes System entwickelt und das Ergebnis ist sehr gut. Allerdings sind sowohl der Preis als auch der hohe M?llanteil Argumente f?r mich auf dieses Produkt zu Hause zu verzichten.

Das Nonplusultra ist und bleibt die professionelle Espressomaschine. Mit einer gut gepflegten und sauberen Maschine gelingt auch der perfekte Kaffeegenuss. ?ch liebe meine Cimbali, bzw. den Kaffee, den sie macht.

1 Kommentar 24.4.04 14:57, kommentieren

Kaffee - Grunds?tzliches

Kaffee ist ein Grundnahrungsmittel.

Grundnahrungsmittel m?ssen von bester Qualit?t sein, denn schlie?lich bilden sie ja die Basis unserer Ern?hrung.

Warum sch?tten sich dann so viele Menschen eine grausliche Br?he hinein, ohne dessen gr?sslichen Geschmack auch nur irgendwie zu bem?ngeln?

Kaffeekochen ist eine Wissenschaft! Wenn ich daran denke, wie oft ich in Lokalen einen Kaffee vorgesetzt bekomme, der eher nach mit Wasser aufger?hrtem Staub schmeckt denn nach einem feinen Espresso, komme ich zu dem Schluss, dass wahrlich viel zu wenige Menschen zum Wissenschaftler geboren sind.

24.4.04 10:25, kommentieren